Definition Was ist Multi Access Edge Computing?

Von Laimingas/Margrit Lingner 2 min Lesedauer

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Multi Access Edge Computing (MEC) zielt darauf ab, Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Netzwerkdienste näher an den Endnutzer zu bringen, um Latenzzeiten zu minimieren und die Effizienz von Anwendungen zu verbessern, die in Echtzeit arbeiten.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
Grundlagenwissen zum IT-Business
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Mit der stetig wachsenden Digitalisierung aller Lebensbereiche steigt der Bedarf an einer möglichst schnellen und effizienten Datenverarbeitung. Technologien wie Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) oder Virtuelle Realität (VR) erfordern, verfügbare Rechenressourcen näher an den Endnutzer bzw. an die Endgeräte zu bringen. Das Ziel dahinter ist, Latenzzeiten zu reduzieren und Leistungen zu optimieren. An diesem Punkt setzt MEC an.

Es handelt sich dabei um eine dezentrale Computerarchitektur, die Rechenleistung und Datenspeicherung an den Rand des Netzwerks verlagert. Indem die Ressourcen dort bereitstehen, wo Daten erzeugt und genutzt werden, lassen sich die Übertragungswege deutlich verkürzen. Dies ist besonders relevant für Anwendungen, die eine Echtzeit-Datenverarbeitung erfordern, wie zum Beispiel smarte Städte, autonome Fahrzeuge, industrielle Automatisierungsprozesse, Internet of Things oder Medienstreaming.

Vorteile von MEC

Ein wesentlicher Vorteil von Multi Access Edge Computing liegt darin, Aufgaben der Datenverarbeitung von einer zentralen Cloud an den Rand des Netzwerks zu verlagern. Dadurch wird nicht nur die Cloud-Infrastruktur entlastet, sondern auch die Effizienz bei der Datenübertragung und -verarbeitung gesteigert. Durch die dezentrale Verteilung der Rechenressourcen im Netzwerk ermöglicht MEC kürzere Reaktionszeiten, reduzierte Latenz und eine verbesserte Skalierbarkeit für datenintensive Anwendungen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Vielseitigkeit von MEC, denn die Technologie unterstützt eine viele Anwendungen und Geräte. Entwickler können mit Multi Access Edge Computing maßgeschneiderte Dienste und individuelle Anwendungen direkt am Netzwerkrand bereitstellen, die präzise auf die Anforderungen der Nutzer abgestimmt sind. Diese Anpassungsfähigkeit fördert innovative und kreative Entwicklungen neuer Lösungen und schafft dynamischere und agilere Netzwerksysteme.

Darüber hinaus eröffnet MEC Netzwerkbetreibern ganz neue Möglichkeiten zur Monetarisierung ihrer Infrastruktur durch die Bereitstellung von zusätzlichen Mehrwertdiensten. Indem Rechenressourcen am Netzwerkrand verfügbar gemacht werden, können Betreiber solche Dienste wie Inhalts-Caching, Video-Optimierung und Network-Security anbieten. Diese Angebote generieren nicht nur zusätzliche Einnahmen, sondern verbessern auch das Nutzererlebnis erheblich und können für eine nachhaltige Kundenbindung sorgen.

Herausforderungen der MEC-Technologie

Die Implementierung von MEC ist recht komplex und erfordert erhebliche Investitionen sowie ein ausgeprägtes Fachwissen bei der Integration in bestehende Netzwerke. Zudem fehlt es noch an einheitlichen Standards, die eine gute Interoperabilität verschiedener Anbieter ermöglichen. Eine weitere Herausforderung stellt die Sicherheit dar, denn weil MEC-Knoten einen physischen Zugriff erlauben, können sie anfällig für Attacken durch unbefugte Dritte sein.

Ausblick

Insgesamt ist Multi Access Edge Computing (MEC) ein wichtiger Schritt und wird sich wohl zu einem zentralen Baustein in digitalen Infrastrukturen entwickeln. MEC wird zunehmend in Bereichen wie Telekommunikation, Produktion, Logistik und Gesundheitswesen eingesetzt, wo eine niedrige Latenz und hohe Kapazitäten für die Datenverarbeitung notwendig sind.

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